WER IST "STADTMARKETING FÜR WETTER E.V."?

Der Verein Stadtmarketing fĂŒr Wetter e.V. setzt sich seit vielen Jahren (1995) fĂŒr die PrĂ€sentation des Standortes Wetter und die gezielte Imagepflege sowie fĂŒr die Verbesserung der AttraktivitĂ€t der Stadt Wetter (Ruhr) gegenĂŒber BĂŒrgern der Stadt Wetter (Ruhr), BĂŒrgern des Umlandes, ansĂ€ssigen sowie ansiedlungswilligen Unternehmen ein. Der Verein will hierzu durch ideelle, sachliche und/oder finanzielle UnterstĂŒtzung geeigneter Veranstaltungen im kulturellen, sportlichen, wirtschaftlichen, sozialen und/oder ökologischen Bereich beitragen. Der Verein kann auch sonstige zur Erreichung des Vereinszweckes geeignet erscheinende Maßnahmen durchfĂŒhren (z. B. Planungs- und Arbeitshilfen, Veröffentlichungen und Ă€hnliche Leistungen).

KONTAKTINFORMATIONEN

Stadtgeschichte

Zu den urkundlich frĂŒhest genannten Siedlungen auf dem Gebiet der heutigen Stadt Wetter gehören die Stadtteile Wengern und Volmarstein, die schon im 11. Jahrhundert ErwĂ€hnung finden.

Inhalticher Schwerpunkt: Wengern und Esborn

22 Höfe des Dorfes Wengern, von denen heute noch einige durch Familien- oder Flurnamen bekannt sind, verzeichnet die erste allgemeine Besteuerungsliste der Grafschaft Mark, das Schatzbuch von 1486. Das Dorf Wengern selbst ist wesentlich Ă€lter, schon um 1080 wird die Kirche in Wengern vom Kölner Erzbischof Segevinus zur Pfarrkirche erhoben. Insgesamt blieb Wengern mit seinen umliegenden ehemaligen Bauernschaften Albringhausen, Esborn und Voßhöfen eine lĂ€ndlich orientierte Gemeinde, die erst im 20. Jahrhundert mit der Industrialisierung konfrontiert worden ist.

Hingegen liegt eine Wiege des Bergbaues an der Ruhr sicher in der ehemaligen Freigrafschaft Volmarstein, in der seit der Mitte des 16. Jahrhunderts Steinkohle abgebaut wurde. 1645 betrieb Thönies Steinhaus zum Besten der Kirche in Wengern Steinkohleabbau im Steinhauser Grund. Die Überreste des frĂŒhen Steinkohlenbergbaues an der mittleren Ruhr sind im Gebiet zwischen Volmarstein und Wengern noch an den Mundlöchern, Lochsteinen und Erbstollen, die zur Wasserhaltung der Gruben dienten, als Bau- und BodendenkmĂ€ler erhalten.

Das Schlebuscher Revier ist heute ein bevorzugtes Naherholungs- und Wandergebiet.

Inhalticher Schwerpunkt: Volmarstein

Im Gegensatz zur lĂ€ndlich orientierten Gemeinde Wengern war Volmarstein schon frĂŒh ein Vorposten kurkölnischer Macht in Westfalen. Etwa 7 km entfernt von der namensgebenden MĂŒndung der Volme in die Ruhr errichtete Erzbischof Friedrich I. von Köln (1100-1131) nach einer Chronik "Westfalens berĂŒhmte Burg Volmarstein", die einem aus der Soester Gegend stammenden Geschlecht, den spĂ€teren Herren von Volmarstein, ĂŒbertragen wurde. Mit der Burg als zentralem Punkt der kölnischen Freigrafschaft und dem kölnischen Gogericht Hagen-Schwelm sicherte sich der Erzbischof von Köln den Zugang nach Westfalen. Die Grafen von der Mark bemĂ€chtigten sich – gemeinsam mit dem König von Böhmen und den Grafen von Berg und Holland-Hennegau – nach der Schlacht bei Worringen 1288 und der Eroberung der Burg 1324 der Volmarsteiner Festung.

Im 14. und 15. Jahrhundert scheinen die Grafen von Kleve/Mark die Burg Volmarstein noch zeitweise genutzt zu haben, bevor sie im 15. Jahrhundert verfiel. Die Herren von der Recke-Volmarstein beanspruchten und behielten jedoch ihren Besitz in Volmarstein und die dazugehörige Lehnskammer, die zu den reichsten Westfalens zĂ€hlte, bis ins 19. Jahrhundert und verĂ€ußerten ihren Volmarsteiner Besitz erst im 20. Jahrhundert. Von besonderer Bedeutung im ausgehenden Mittelalter war das Femegericht Volmarstein, dessen Gerichtsbezirksgrenzen mit dem heutigen Ennepe-Ruhr-Kreis und der Stadt Hagen nahezu identisch sind. Die TĂ€tigkeit dieses Gerichtes kann bis zum Ende des 13. Jahrhunderts verfolgt werden. WĂ€hrend das Femegericht noch immer mit mystischen Vorstellungen eines "heimlichen" Gerichts umrankt ist, war die Hauptaufgabe dieses Volmarsteiner Gerichts offensichtlich die Beglaubigung von EigentumsĂŒbertragungen. Rat wurde sogar aus der Stadt Basel eingeholt.

Um die kurkölnische Burg Volmarstein entstand zunĂ€chst eine bĂ€uerliche Siedlung, die schon ab 1307 mit dem Begriff "Stadt" gekennzeichnet wurde. Eine FĂ€lschung des Freiheitsprivilegs fĂŒr Volmarstein datiert auf 1342/47. Das ist möglicherweise ein Hinweis auf eine Privilegierung unter Graf Engelbert III. von der Mark, der gleiche Rechte zur Mitte des 14. Jahrhunderts fĂŒr Blankenstein und Wetter in unmittelbarer NĂ€he Volmarsteins gab. Urkundlich können BĂŒrgermeister der Freiheit Volmarstein ab 1563 belegt werden. Die Einwohner Volmarsteins teilten ihre Markenrechte mit den Bewohnern der heutigen Stadtteile von Hagen, Vorhalle und Haspe, was von altersher eine enge wirtschaftliche und verwandtschaftliche Bindung einerseits zum Ruhrtal, andererseits zur Ennepe und zur "Ennepestraße" und eine regionale Ausrichtung der Bewohner mit sich brachte.

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich in Volmarstein die heute weltweit bekannte und geschĂ€tzte Schlossindustrie, zu jener Zeit jedoch noch als rein handwerklich aufgebaute Produktion. Die Herstellung der Schlösser in Heimarbeit und die ĂŒberkommenen handwerklichen Strukturen Volmarsteins stießen mit dem Aufkommen der maschinellen Fertigungsmethoden, besonders der EinfĂŒhrung der Spindelpresse, auf inneren Widerstand. Dieser entlud sich im Revolutionsjahr 1848 mit der ZertrĂŒmmerung einer Spindelpresse in der Lohmannschen Fabrik in Voerde, in einer gemilderten Art von Maschinensturm. SpĂ€ter als in den Konkurrenzbetrieben wurde dann auch in Volmarstein Maschinenkraft bei der Schlossproduktion eingesetzt. Die Tradition der heute noch bestehenden Schloßfabriken reicht teilweise ĂŒber 117 Jahre zurĂŒck.

Neben der Schlossherstellung war das FuhrgeschĂ€ft eine Haupteinnahmequelle der Bewohner von Volmarstein und Grundschöttel an einer fĂŒr die regionale Wirtschaft entscheidenden Stelle, einem Übergang zwischen der Roheisen herstellenden "Ennepestraße", den Kohlenzechen des bergisch-mĂ€rkischen HĂŒgellandes und den eisenverarbeitenden Betrieben des Ruhrtals. Neben den fĂŒr das FuhrgeschĂ€ft notwendigen Pferden wurde auf den steil ansteigenden Pfaden des namenlosen Höhenzuges zwischen Ruhr und Ennepe, besonders auch auf der alten Kohlenstraße durch Grundschöttel, der Esel als Transporttier eingesetzt. Seither ist der "Volmarsteiner Esel" ein weithin bekanntes Symbol.

Seinen hohen Bekanntheitsgrad verdankt der Stadtteil Volmarstein neben den spezialisierten eisenverarbeitenden Betrieben vor allem der Evangelischen Stiftung Volmarstein, die Pastor Franz Arndt 1904 zur Betreuung und Berufsausbildung fĂŒr Körperbehinderte grĂŒndete. Diese haben sich zu einem fĂŒhrenden Zentrum in medizinischer und sozialer Hinsicht im Umgang mit Behinderten entwickelt und sind zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor der Stadt geworden.

Inhalticher Schwerpunkt: Alt-Wetter

Die alte Stadt Wetter liegt umschlossen von einem Ruhrbogen an der SĂŒdseite des "Alten Stammes", einem AuslĂ€ufer des Ardey-Gebirges. Im Mittelalter bestand der Ort aus zwei Siedlungskernen, dem Dorf im Ruhrtal und der Freiheit Wetter auf einer 40 m ĂŒber der Ruhr gelegenen Anhöhe. Die Ă€lteste Siedlung wird im Dorf Wetter vermutet. Hier haben auch die Ritter Bruno und Friedrich gelebt, in deren Beinamen 1214 erstmals die Ortsbezeichnung Wetter erschien. Zwischen 1250 und 1274 wurde dann von den Grafen von der Mark die Burg Wetter wohl hauptsĂ€chlich als mĂ€rkischer Vorposten gegen das kurkölnische Volmarstein mit dem Ziel der territorialen Durchdringung und Sicherung der Gebiete sĂŒdlich und nördlich der Ruhr errichtet. Mit der EinfĂŒhrung der mĂ€rkischen Amtsverfassung kam auch zum Beginn des 14. Jahrhunderts ein Amtmann der Grafen von der Mark, der in der Regel dem regionalen Adel angehörte, nach Wetter. Fast gleichzeitig erhielten Freiheit und Dorf, die eine Verwaltungseinheit bildeten, 1355 das Freiheitsprivileg. Das bedeutete hauptsĂ€chlich eine kommunale Selbstverwaltung, eine begrenzte örtliche Gerichtsbarkeit mit der Lösung vom grĂ€flichen Gericht und das Recht zur BĂŒrgermeisterwahl. Schon zu dieser Zeit war die Freiheit mit einer Ringmauer umgeben, in die zwei Tore fĂŒhrten, von denen das zur Ruhr hin gelegene, von alters her "Waterporte" genannt, noch heute unter dem Haus Burgstraße 26, dem Burgmannensitz der Familie von Boele, zu sehen ist.

Noch sechs weitere Burgmannenfamilien besaßen im ausgehenden Mittelalter in der Freiheit Wetter ein Haus. Um die Burg hatte sich auch eine bĂ€uerlich-handwerklich strukturierte Siedlung gebildet, die aber mit der abnehmenden Nutzung der Burg Wetter durch die Herzöge von Kleve-Mark in wirtschaftliche BedrĂ€ngnis kam – nicht zuletzt auch wegen des DreißigjĂ€hrigen Krieges. Zur Hebung der Wirtschaft siedelte der KurfĂŒrst von Brandenburg Messerschmieden aus dem Raum Solingen in Wetter, in Oberwengern und auf dem benachbarten Gut HĂŒlsberg an. Mit der Einrichtung des Kleve-MĂ€rkischen Bergamtes 1779 in der Freiheit Wetter bekam der Ort entscheidende Impulse, besonders nachdem der Freiherr von und zum Stein 1784 hier Bergamtsdirektor wurde.

Nach der Verlegung des Bergamtes nach Bochum ĂŒbernahm im Jahr 1819 Friedrich Harkort die leerstehenden GebĂ€ude und die Burg Wetter zur Einrichtung einer Mechanischen WerkstĂ€tte mit dem Ziel, Dampfmaschinen und Maschinen aller Art herzustellen. Durch seine Initiative und die FortfĂŒhrung der GeschĂ€fte durch Heinrich Kamp wurde Wetter zu einem wesentlichen Ort des deutschen Maschinenbaus und durch das Bild Alfred Rethels von dieser Anlage, eine der ersten Industriedarstellungen, weltweit bekannt. Es wurde gleichsam zu einem Symbol, einem Kultbild der FrĂŒhindustrialisierung in Deutschland.

Durch die starke industrielle Überformung der Freiheit Wetter war eine Sanierung der Freiheit schon 1920 erwogen worden, sie konnte aber erst 1957 als eine der ersten großflĂ€chig angelegten Sanierungsmaßnahmen in der Bundesrepublik begonnen werden. Nach Abschluss der Freiheitsanierung 1986 war aus dem Vorort des deutschen Maschinenbaus eine Freizeit- und Wohnlandschaft entstanden, die Raum fĂŒr individuelle Lebensgestaltung bietet.

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Bildergalerie (9)

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